Ja zur Individualbesteuerung! Wer arbeitet, darf nicht benachteiligt werden – Schluss mit veralteten Steueranreizen

Die Individualbesteuerung ist keine radikale Neuerung, sondern eine notwendige Anpassung an die heutige Lebensrealität. Unser Steuersystem benachteiligt nach wie vor verheiratete und eingetragene Paare, wenn beide arbeiten. Das ist weder zeitgemäss noch gerecht.

Arbeit muss sich lohnen. Es kann nicht sein, dass jemand finanziell schlechter dasteht, nur weil er arbeitet oder sein Pensum erhöht. Genau das passiert heute. Das ist eine faktische Bestrafung von Leistung und Eigenverantwortung und ein klarer Fehlanreiz in Zeiten von Fachkräftemangel.

Dass die Individualbesteuerung der richtige Weg ist, wird auch im Kanton Luzern anerkannt. Der Luzerner Regierungsrat hält fest, dass sie geeignet ist, die vom Bundesgericht vor bald 50 Jahren festgestellte Diskriminierung von verheirateten und eingetragenen Paaren zu korrigieren.

Ein oft genanntes Gegenargument ist der administrative Aufwand. Doch dieses greift zu kurz. Die Stadt Luzern Finanzdirektorin Franziska Bitzi weist darauf hin, dass dank digitaler Steuererklärungen und moderner Software der Mehraufwand überschaubar bleibt. Eine Übergangsfrist von sechs Jahren sowie die Erfahrung der Steuerverwaltungen zeigen, dass die Umsetzung machbar ist.

Die Individualbesteuerung schafft Fairness, stärkt Leistungsanreize und korrigiert eine seit Jahrzehnten bekannte Ungleichbehandlung. Wer arbeitet, soll nicht bestraft werden. Deshalb stimme ich am 8. März Ja zur Individualbesteuerung.

Jacqueline Theiler,
Kantonsrätin FDP, Luzern