Ernährungssicherheit braucht eine starke Landwirtschaft

Ernährungssicherheit braucht eine starke Landwirtschaft

Das Ziel der Ernährungsinitiative klingt gut: Die Schweiz soll ausreichend sichere und hochwertige Lebensmittel produzieren. Doch die vorgeschlagenen Mittel führen in die falsche Richtung. Die Initiative verlangt einen Netto-Selbstversorgungsgrad von mindestens 70 Prozent. Heute liegt dieser bei rund 42 Prozent. Dieses Ziel soll innerhalb von nur zehn Jahren erreicht werden. Dafür müsste der Staat massiv in die landwirtschaftliche Produktion und in unsere Ernährungsgewohnheiten eingreifen. Die Landwirtschaft soll weniger tierische und mehr pflanzliche Lebensmittel produzieren. Das passt jedoch nicht zu den natürlichen Voraussetzungen unseres Landes. Ein grosser Teil unserer landwirtschaftlichen Flächen ist Grasland. Dort können keine Kartoffeln oder Getreide angebaut werden. Kühe und andere Nutztiere machen dieses Gras für die menschliche Ernährung nutzbar. Die Initiative würde deshalb gerade jene Landwirtschaft schwächen, die zur Schweiz gehört. Zusätzliche Vorgaben beim Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln könnten die Erträge weiter senken. Die Folge wären höhere Produktionskosten, teurere Lebensmittel und zusätzliche Importe. Damit würde die Initiative das Gegenteil dessen bewirken, was sie verspricht. Unsere Landwirtschaft braucht Forschung, moderne Züchtungsmethoden und unternehmerische Freiheit. Sie muss die jeweils besten Lösungen einsetzen können. Nur so kann sie sich an den Klimawandel, neue Krankheiten und zunehmende Wetterextreme anpassen. Ernährungssicherheit entsteht nicht durch staatliche Produktionspläne. Sie entsteht durch leistungsfähige Bauernfamilien, Innovation und gute Rahmenbedingungen. Bundesrat, Nationalrat und Ständerat lehnen die Initiative ab.

Auch ich sage deshalb am 27. September 2026 klar Nein zur Ernährungsinitiative.
Damian Müller, Ständerat, Hitzkirch