In der Diskussion über die Fan-Gewalt-Initiative wird gerne auf den EV Zug verwiesen: Dort gebe es schliesslich auch ID-Kontrollen. Doch der Vergleich hinkt.
Beim EVZ besteht keine flächendeckende Pflicht, bei jedem Heimspiel die Identität sämtlicher Zuschauerinnen und Zuschauer zu kontrollieren. Ausweise müssen auf Verlangen vorgewiesen werden; obligatorisch ist die Ausweiskontrolle insbesondere im Gästesektor. Die Initiative in Luzern hingegen will eine Identitätskontrolle für alle Matchbesuchenden. Das bedeutet einen erheblichen organisatorischen und finanziellen Mehraufwand: mehr Sicherheitspersonal, zusätzliche Kontrollen und längere Wartezeiten für Tausende friedliche Fans.
Der Gegenentwurf ist deshalb der pragmatischere Weg. Er setzt gezielt dort an, wo Probleme tatsächlich entstehen, und zwar auch ausserhalb des Stadions. Dazu gehören Massnahmen bei der An- und Rückreise der Gästefans, die Videoüberwachung von Fanmärschen sowie eine stärkere Verantwortung der Veranstalter.
Statt alle Matchbesuchenden pauschal zu kontrollieren, braucht es gezielte Massnahmen gegen jene, die Probleme verursachen. Deshalb: Nein zur Initiative und Ja zum Gegenentwurf.