«Wirksame Massnahmen statt Symbolpolitik gegen Fangewalt!»
Gewalt rund um Sportveranstaltungen hat im Luzern keinen Platz. Wer Polizeikräfte angreift, Sachbeschädigungen begeht oder andere Menschen gefährdet, muss konsequent zur Verantwortung gezogen werden. Darüber besteht Einigkeit.
Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob wir gegen Fangewalt sind, sondern welche Massnahmen tatsächlich Wirkung zeigen.
Genau hier überzeugt mich die Initiative nicht. Sie setzt auf obligatorische Identitätskontrollen, personalisierte Tickets und weitere Kontrollmassnahmen. Das mag entschlossen klingen, doch mehrere Teile der Initiative wurden vom Regierungsrat bereits als rechtlich problematisch beurteilt. Wer Sicherheit schaffen will, sollte auf Massnahmen setzen, die nicht nur Härte demonstrieren, sondern auch umsetzbar sind.
Zudem greift die Initiative am eigentlichen Problem vorbei. Viele Ausschreitungen ereignen sich nicht im Stadion, sondern auf Fanmärschen, an Bahnhöfen oder während der An- und Rückreise. Die Initiative konzentriert sich jedoch vor allem auf den Stadioneintritt und bekämpft damit eher Symptome als Ursachen.
Ebenso wichtig ist die präventive Fanarbeit. Die Erfahrungen in Luzern und der Schweiz zeigen, dass Dialog, Beziehungsarbeit und die Zusammenarbeit zwischen Fans, Vereinen, Behörden und Fanarbeitenden entscheidend dazu beitragen, Konflikte frühzeitig zu entschärfen und Gewalt zu verhindern.
Wer ausschliesslich auf zusätzliche Kontrollen setzt, greift zu kurz. Der Gegenvorschlag setzt gezielter an. Er stärkt die Verantwortung der Veranstalter, ermöglicht Videoüberwachung an neuralgischen Orten und verlangt Sicherheitskonzepte für die An- und Rückreise der Fans. Damit fokussiert er auf die tatsächlichen Brennpunkte.
Für mehr Sicherheit braucht es wirksame Massnahmen statt Symbolpolitik. Deshalb überzeugt mich der Gegenvorschlag deutlich mehr als die Initiative.